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Auch nachts immer am Bundestagstelefon (22. Mai 2012)

von Christian Stambor

Kaffee kochen, Dokumente kopieren und Akten sortieren – die Hauptaufgaben eines Praktikanten? Diese altberühmten Vorurteile kann ich glücklicherweise verneinen. Zwar gehörte diese Arbeit auch zu meinen Aufgaben – glücklicherweise gab es aber noch ganz andere und reizvollere Dinge für mich zu tun.

Gleich in meinen ersten Tagen habe ich mich mit dem Solaränderungsgesetz im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) befasst. Das hieß: das gesamte Gesetz aus kompliziert formulierten Gesetzestexten – schwere Juristenkost für einen Nicht-Juristen! – und einer Menge Recherchematerial zusammenfassen und verständlich machen.

Ursprünglich sollte mein Praktikum im Bundestagsbüro der Abgeordneten Karin Strenz drei Wochen dauern. Da ich mich sehr wohl und integriert gefühlt habe und die Arbeit meinen Horizont erweitert hat, fragte ich, ob wir das Praktikum auf zwei Monate verlängern könnten – und zu meiner Freude hat Frau Strenz das "Okay" gegeben.

Mit Verteidigungsminister Thomas de Maizière und Karin Strenz

Unvergesslich ist mir ein spontanes Aufeinandertreffen mit Thomas de Maizière. Als Mitglied des Verteidigungsausschusses begegnet Frau Strenz natürlich oft den Bundesverteidigungsminister. Für mich indes war es etwas Besonderes, als ich ganz zufällig zu den beiden stieß. Und ich hatte sogar die Chance, mit Thomas de Maizière einige Worte zu wechseln und ein Erinnerungsfoto zu ergattern.

Karin Strenz und ihr Team haben mir ermöglicht, einen aufschlussreichen Einblick in das politische Leben im Bundestag und den parlamentarischen Alltag einer Abgeordneten zu gewinnen. Ich habe die Sitzung des Sportausschusses verfolgt, in der es um die Fußball-EM in Polen und speziell der Ukraine ging. Es gab eine heftige Debatte über den Fall Julia Timoschenko und über das, was die Besucher der Spiele vor Ort erwartet. Und ich vermute: Die Debatte wird noch weitergehen und das Turnier begleiten.

"Büroarbeit ist langweilig", sagen manche. In diesem Büro war es anders, langweilig wurde es nie. Ich hatte viel zu tun: Post durchschauen (sie kommt dreimal pro Tag), Einladungen checken, Termine machen und Anfragen am Telefon beantworten. Und meine Begrüßungsformel konnte ich bei den vielen Telefonaten irgendwann im Schlaf: "Büro Karin Strenz, Sie sprechen mit Christian Stambor. Schön' guten Tag…"
Auch die Diskussionen mit meinen Kollegen und der Chefin waren immer wieder interessant. Ob Betreuungsgeld, Euro-Krise, Wahlen in Griechenland und Frankreich, in Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen – es gab genug politischen Stoff in diesen zwei Monaten.

Eine besondere Herausforderung war der deutsch-kasachische Wirtschaftstag in Wismar und Schwerin am 14. Mai 2012, den ich für Karin Strenz mit organisiert habe. Ich habe mich kaum mehr als Praktikant gefühlt, da man mich komplett in die aufwendige Vorbereitung eingebunden hat. Bei dem Wirtschaftstag durfte ich dann sogar selbst dabei sein. Natürlich habe ich den ganzen Tag mitgefiebert, dass das komplette Programm der Delegationsteilnehmer problemlos über die Runden geht. Ganz ehrlich: Ich war froh, dass alles reibungslos geklappt hat. Und wenn dann der kasachische Botschaftsrat anruft und sich persönlich bedankt, kann man auch ein bisschen stolz sein, dass man das Team Strenz bei diesem Ereignis tatkräftig unterstützen konnte.


 

Neue Seite von Deutschland - und "ein dunkler Tag" von Shuangcheng Li

         

德国印象——亲历议会“黑暗的一天” 
李双成 

Ich komme aus China, aus der Stadt Xuzhou in der südöstlichen Provinz Jiangsu, und studiere zur Zeit an der Freien Universität Berlin Europawissenschaft - als Stipendiat der Konrad-Adenauer-Stiftung. Es ist mir eine große Ehre und Freude, ein Praktikum im Bundestagsbüro der Abgeordneten Karin Strenz zu machen.

Zwar habe ich vorher vier Jahre Germanistik studiert, aber ich bin zum ersten Mal in Deutschland. Gleich nach meiner Ankunft im September 2010 begann ich, die Stadt Berlin genauestens unter die Lupe zu nehmen. Berlin ist für Chinesen eine typisch europäische Stadt: rote Dächer, niedrige Häuser und sehr viele Parks. Doch verglichen mit Beijings brandneuer und heller Metro erinnern einen hier das fahle Licht in den U-Bahnstationen, der abblätternde Lack der Waggons und die alten Uhren auf den Bahnsteigen immer wieder daran, dass die Berliner Züge viele Jahre auf dem Buckel haben.

Bei dem Wort "alt" denkt man schnell an "kaputt", aber das "Alt" von Berlin ist was anderes. Aus ästhetischer Perspektive spiegelt es die Kumulation von Geschichte und den Niederschlag der Zeit wider. In diesem Sinne gefällt mir diese alte Kulturstadt sehr. Ich liebe besonders die Museen. Einmal war ich in einem Museum in Charlottenburg, wo das schöne Porzellan meine Sehnsucht nach Heimat geweckt hat.

Drei Wochen sind nicht lang, aber das Praktikum finde ich trotzdem sehr spannend und für mich auch sehr nützlich. Frau Strenz ist Mitglied des Verteidigungsausschusses. Der Rücktritt des Verteidigungsministers Karl-Theodor zu Guttenberg am 1. März hat alle überrascht und uns ein paar hektische Stunden mit vielen Telefonanrufen beschert.

Nun bin ich kein absoluter Experte für Verteidigung, aber ich bewundere die Ernsthaftigkeit, Gewissenhaftigkeit und Kompetenz der Wissenschaftlichen Mitarbeiter und habe wirklich vieles von ihnen gelernt.

Danach hatte ich noch das Glück, einen "dunklen Tag" im Bundestag zu erleben. Am 8. März, dem 100. Internationalen Frauentag, brach gegen halb zehn plötzlich das komplette Stromsystem zusammen - und zwar nicht nur im Paul-Löbe-Haus, sondern auch in allen anderen Gebäuden des Parlaments.

Die Computerbildschirme waren schwarz, alle Fahrstühle außer Betrieb, und in der Bundestagskantine gab es natürlich auch nichts zu essen. Ohne Strom geht nichts, arme moderne Menschen! Aber trotzdem sind wir im Büro geblieben: Dokumente zu ordnen und Papierberge abzutragen ist ja durchaus eine sinnvolle Aufgabe für solch einen stromlosen Tag. Erst am späten Abend - nach fast elf Stunden - war der Strom wieder da. Am nächsten Morgen las ich dann in der Zeitung, dass am Potsdamer Platz ein Bagger versehentlich die Leitung zerstört hatte.

Ich bedanke mich herzlich bei Frau Strenz, dass sie mir die Gelegenheit zu einem Praktikum im Bundestag gegeben hat, durch das ich Deutschland von einer anderen Seite kennen gelernt habe.

Übrigens: 2011 ist in China das Jahr des Hasen. Nach der alten Interpretation der chinesischen Tierzeichen ist der Hase ein Symbol für Findigkeit und Glück. Ich wünsche allen ein glückbringendes und erfolgreiches Hasenjahr.
 

我来自位于中国东南部的江苏省徐州市,目前作为德国阿登纳基金会奖学金生在柏林自由大学学习欧洲研究。很高兴,也很荣幸能有机会在德国联邦议会施特伦茨女士的办公室实习。

尽管在中国学了四年日耳曼文学,但这还是第一次来德国。2010年9月,从飞机降落那一刻起,我就开始仔细端详这个叫做柏林的城市。柏林对中国来说是一座典型的欧洲城市,红屋顶,矮房子,绿荫环抱。但与北京崭新光鲜的地铁相比,这里地铁站昏黄的光线、掉漆的车皮、古老的站台钟时时在提醒着你他们曾承载过的岁月和驶过的光阴。

一般印象中“旧”总跟“破”联系在一起,但柏林的“旧”却另有一番韵味。从审美角度来说,“旧”意味着历史的积攒,时光的沉淀。我深深的喜爱这里的博物馆,曾久久驻足于夏洛藤堡精美的青花瓷前,遥念东方那片古老的土地。

三周的实习不长,却让我乐在其中,受益匪浅。施特伦茨女士是国防委员会的成员,国防部长古藤贝格的辞职让每个人震惊,也一度使办公室的电话响个不停。

我本人对国防了解不多,但不得不对这里同事的专业、严谨和认真肃然起敬,从他们身上我学到很多东西。

在此期间,我还有幸经历了议会“黑暗的一天”。2010年3月8日,也是第100个国际妇女节,议会的办公大楼居然从八点半开始持续断电一整天,没有电脑,没有电梯,甚至餐厅也关门大吉。切断了电的供给,一切都进入瘫痪状态,可悲的现代人啊!不过尽管如此,我们还是一整天待在办公室,貌似在这样的时候整理档案是再合适不过的了。十一个小时后,直到晚上才重新恢复供电。第二天早晨从报纸上得知,断电是一台挖土机在波茨坦广场由于疏忽损坏了电线造成的。

在此要非常感谢施特伦茨女士能够给我这个宝贵的机会,通过这次实习我对德国的了解进一步加深。

此外:2011年是中国的兔年,根据中国古老的生肖释义,兔是机敏和幸运的象征,在此谨祝大家兔年交好运!


Große Hoffnungen im früheren Garten der Sowjetunion (19. Oktober 2010)

von Mihai-Razvan Corman

Vom 11. bis 15. Oktober 2010 hatte ich das Glück und das Vergnügen, im Büro von Frau Strenz im Deutschen Bundestag als Praktikant tätig zu sein. Eine Woche – das klingt auf Anhieb kurz, aber dennoch kommt es mir rückblickend vor, als wäre viel mehr Zeit vergangen. Das liegt zum einen daran, dass es hier im Bundestag viel zu erleben gibt. Man ist mitten drin im politischen Geschehen, an einem Ort, wo Politik für die ganze Bundesrepublik Deutschland gemacht wird. So hatte ich die Gelegenheit, den politischen Gesetzgebungsprozess direkt mitzuverfolgen und Demokratie hautnah zu erleben. Gleichzeitig lernte ich auch, dass Demokratie manchmal nicht leicht ist und viele Opfer gebracht werden müssen. Die Erfahrung, besonders die in Deutschland, zeigt jedoch, dass sich die Mühe, die Anstrengungen in jedem Falle lohnen.

Weiterhin hatte ich die Gelegenheit, viele Kontakte sowohl mit anderen Praktikanten als auch mit Abgeordneten und Mitarbeitern des Bundestages zu knüpfen und sehr interessante Gespräche zu führen. Dabei konnte ich auch Bekanntschaft machen mit einigen Abgeordneten und Mitarbeitern, die sich sehr stark für die Republik Moldau, mein Heimatland, einsetzen, was mich überaus gefreut hat. Die Republik Moldau, in einigen alten Atlanten auch als Moldawien bezeichnet, ist ein kleines, schönes Land zwischen Rumänien und der Ukraine im Osten Europas, das vor allem für seine Weine, Gastfreundschaft und guten Tänzer bekannt ist. Seit dem 27. August 1991 ist Moldau, während der Sowjetzeit als „Garten der Sowjetunion” tituliert, unabhängig. Die Republik Moldau hat offiziell seit 1998 als überparteiliches Ziel die europäische Integration, wobei zweifelsfrei die Unterstützung der Europäischen Union, insbesondere Deutschlands, von größter Bedeutung ist. Leider wissen nur wenige Menschen in Deutschland über dieses Land Bescheid. Darum ist es umso wichtiger, dass es engagierte Moldau-Freunde im Deutschen Bundestag gibt, was mich zu hoffen wagen lässt, dass es zukünftig noch mehr werden.

Auch hatte ich die Möglichkeit, mich intensiv mit Osteuropa auseinanderzusetzen, mehr über die Politik und den politischen und wirtschaftlichen Problemen zu erfahren und dadurch die Rolle meines Heimatlandes in den osteuropäischen politischen Strukturen besser zu verstehen. In all dieser Zeit war ich stets beeindruckt von der Aufmerksamkeit, die uns Praktikanten im Deutschen Bundestag geschenkt wurde, nicht nur bei den verschiedenen Treffen mit bedeutenden politischen Persönlichkeiten, sondern auch im Büro selbst, und der darausfolgenden Idee, dass den Heranwachsenden unter allen Umständen die Chance geboten werden muss, mehr über Demokratie und Rechtsstaatlichkeit zu lernen.

Am Ende bleibt mir nichts anderes übrig als diese zwei Dinge mitzunehmen: das Werteprinzip der bewussten Förderung der Jugendlichen und das hohe Maß an Transparenz des demokratischen Entscheidungsprozesses, Prinzipien, die mein Heimatland jetzt so dringend wie noch nie zu seinen zählen muss.

Ich bedanke mich ganz herzlich für eine sehr interessante und produktive Woche im Deutschen Bundestag.


"Kleines Mittagsessen als einziger Wermutstropfen" (4. Oktober 2010)

von Martin Lau 

Als ich vor einer Woche mein Praktikum im Bundestagsbüro von Karin Strenz antrat, hatte ich große Erwartungen. Auch wenn sich die Geschehnisse im politischen Berlin durch vielerlei moderne Medien gut von Zuhause aus beobachten lassen, kommen Hintergründe und Zusammenhänge oftmals zu kurz in der Berichterstattung.  Direkt vor Ort und in unmittelbarer Nähe zu den Plätzen der wichtigen Entscheidungen besteht dieses Problem freilich nicht, sodass sich für mich als Student der Politikwissenschaft eine Vielzahl an Möglichkeiten ergibt, direkt hinter die Kulissen zu schauen und live zu erleben, wie Demokratie in unseren Land funktioniert. Darüber hinaus konnte ich Einblicke in den konkreten Arbeitsablauf einer Bundestagsabgeordneten erlangen und ihre Mitarbeiter tatkräftig mit verantwortungsvollen Aufgaben wie der Vorbereitung des Verteidigungsausschusses unterstützen. Manchmal überschlagen sich die Ereignisse auch sosehr, dass die Chefin eine wichtige Akte verlangt und ich zum Fraktionssaal von CDU/CSU eile, um sie ihr zu bringen.

So bin ich letztendlich sehr positiv gestimmt, dass meine zweite Praktikumswoche im Paul-Löbe-Hause ähnlich ereignis- und lehrreich verlaufen wird, auch wenn die Größe der Mittagsportionen in der Kantine nicht ganz den Ansprüche genügen, die sich aus der aufwändigen Arbeit ergeben. Aber das ist der einzige Wermutstropfen.


"Da hüpft mein Politologen-Herz höher" (28. Juni 2010)

von Daniel Schlierenzauer

Montag, 31. Mai 2010. Einer geht, der andere kommt. Ich bin da – aber Bundespräsident Horst Köhler verabschiedet sich. Am Nachmittag gibt er seinen Rücktritt bekannt und schockt damit alle im politischen Berlin – auch uns im Büro der Bundestagsabgeordneten Karin Strenz. Wir rätseln über die Gründe. Dass mein Auftakt als Praktikant so ereignisreich und turbulent beginnt, habe ich natürlich nicht geahnt. Mir wird schnell klar: Der Rückzug des Staatsoberhauptes wird politische Bewegung bringen – und mir eine spannende Praktikumszeit.

Für etwa zwei Monate habe ich die einmalige Möglichkeit, ein Praktikum in Berlin zu absolvieren. Ich gehöre zum Team der wissenschaftlichen Mitarbeiter, und als Student der Politikwissenschaft klingt das doch nahezu perfekt. Ich lebe zwar in Bern, der Schweizer Hauptstadt – aber dass einige Unterschiede bestehen, wird mir bald bewusst. 


Bereits nach der ersten Woche bin ich komplett integriert und in meinem besten Sinne engagiert – am Freitagabend allerdings auch ziemlich erschöpft. Glücklicherweise kann ich mich in ein erholsames Berliner Wochenende stürzen. Die Ruhepause kommt zur richtigen Zeit, denn vom nächsten Montag an überschlägt sich alles in Berlin: Sondersitzungen wegen des Sparpakets der Bundesregierung und Köhlers Rücktritt, pro Stunde mindestens ein neues Gerücht und kollektives Kandidatenraten. Wer wird neuer Bundespräsident? Die „Süddeutsche Zeitung“ wird später schreiben: „Es ist ein Woche, die in die Geschichte eingehen dürfte“.

In meine Geschichte über die Praktikumszeit hat sie es schon mal geschafft. Meine erste Sitzungswoche zeigt mir viele Facetten aller Ebenen des Politikalltages. Ich lese, schreibe und recherchiere viel: Wie sieht das Sparpaket im Detail aus? Wie halten es Deutschlands Nachbarn mit der Wehrpflicht? Wie ist die rechtliche Lage der deutschen Soldaten in Afghanistan?

Die Reichweite der Aufgaben macht doch Eindruck auf mich, den kleinen Nachbarn aus dem Süden. Und trotzdem: Die unscheinbaren Aufgaben haben ebenso große Wichtigkeit, denn ohne Stift schreibt es sich schlecht, ein verpasster Termin gehört sich nicht, und mit leerem Bauch denkt es sich meist schlechter.

Jeder Tag im Bundestag ist von großer Abwechslung geprägt, insbesondere während der Sitzungswochen. Die Ausschüsse für Verteidigung oder Sport, denen Karin Strenz angehört, müssen vorbereitet werden. Sprich: lesen, planen, zusammenfassen und viel drucken. Mich erstaunt, wie viel ich in dieser kurzen Zeit lerne. Mit tatkräftiger Unterstützung des ganzen Büros und dank der spannenden Themen erweitert sich mein Wissen und vor allem auch mein Blick auf das politische Deutschland. Der Bundestag an sich bietet natürlich auch einiges. Die Fülle der Informationen, beispielsweise in der Bibliothek, ist unbeschreiblich, da hüpft mein Politologen-Herz höher.

Mein Resümee nach vier Bundestagswochen: Die Tage im Paul-Löbe-Haus sind lehrreich, spannend – und nicht zuletzt sehr lustig. Und dann ist da ja noch das bezaubernde Berlin. Apropos: Wie sähe solch ein Politikpraktikum in Bern aus? Ein  Paul-Löbe-Haus gibt es nicht und braucht es auch nicht, denn die meisten Nationalräte, also die Volksvertreter im Schweizer Pendant zum Bundestag, dem Nationalrat, üben ihre politischen Aufgaben neben dem Beruf aus. Berufspolitiker sind selten. Wir nennen das „Milizsystem“. Dieses System hat natürlich eine Schwäche: Wer Politik machen will, muss es sich leisten können – finanziell und zeitlich.

Sehr modern und sogar fortschrittlicher als Deutschland ist meine Heimat aber in einem Punkt: Aktuell sind die drei höchsten politischen Ämter in Frauenhand: Wir haben eine Bundespräsidentin, eine Nationalratspräsidentin und eine Ständeratspräsidentin. Eine recht interessante Gemeinsamkeit gibt es noch: Vom Berliner Reichstag aus blickt man auf die Spree – in Bern umfließt die Aare das Bundeshaus.

Und obwohl man in der Aare baden kann, was in der Spree nicht zu empfehlen ist, würde ich nicht tauschen wollen.