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21. Juli 2017 ►Weltaustellung EXPO in der kasachischen Hauptstadt Astana

Es waren aufregende Tage in Kasachstan, im neunt größten Land der Welt, die so schnell keiner vergessen wird. Aber von vorne.
 
Deutschland und Kasachstan. Was haben diese beiden Länder, die mehr als 5.000 Kilometer voneinander entfernt sind, gemeinsam? Wir haben mehr gemeinsam, als viele von uns denken. Als Vorsitzende der Deutsch-Kasachischen Gesellschaft in Deutschland mit Sitz in Berlin sowie als Mitglied der Parlamentariergruppe Zentralasien im Deutschen Bundestag bin ich sehr darum bemüht, unsere gelebten Traditionen und bewährten Erfahrungen miteinander zu teilen.
  
   

 Ein wunderschöner Blick im modern gestalteten Astana

 

Bayterek-Tower 

 

 

Als Vorsitzende der Deutsch-Kasachischen Gesellschaft freue ich mich, dass wir einen erheblichen Beitrag für die Vertiefung unserer Partnerschaft leisten. Unsere Gesellschaft fördert die wirtschaftlichen, wissenschaftlichen, kulturellen und persönlichen Beziehungen zwischen Deutschland und Kasachstan und wir verstehen uns als Partner für Wissenschaftler, Geschäftsleute, Studenten, Künstler, Journalisten und Privatpersonen aus beiden Ländern. Auch der verstorbene ehemalige Bundesaußenminister Hans-Dietrich Genscher, der viele Jahre Ehrenpräsident unserer Gesellschaft war, hat in besonderer Art und Weise an der Intensivierung unseres Miteinanders mitgewirkt. Seit langem arbeiten wir in enger Abstimmung mit dem kasachischen Botschafter in Berlin, S.E. Bolat Nussupov, zusammen und wir werden uns auch weiterhin voller Tatendrang für unsere gemeinsamen Ziele engagieren.
 

 Deutsch-Kasachische Partnerschaft

 

Seit 25 Jahren pflegen unsere Länder die diplomatischen Beziehungen. 25 Jahre, das ist ein Vierteljahrhundert voller ereignisreicher Geschichten und mutiger Transformationen – und zwar in beiden Ländern. Das ist eine unvergleichliche Gemeinsamkeit, die uns stark miteinander verbindet. Deutschland und Kasachstan haben die Auswirkungen des Zerfalls der Sowjetunion in Gänze zu spüren bekommen. Das ist auch gut so, ich bin sehr froh über diese entscheidende Entwicklung – zwei Staaten, die ihre Souveränität erhalten haben. Nach dem Mauerfall haben sich die zwei deutschen Staaten – die Bundesrepublik Deutschland und die DDR - wieder zu einem einheitlichen Staat zusammengefunden. Ich möchte dem Kanzler der Einheit und dem großen Europäer danken, ohne Helmut Kohl wäre der einmalige und historische Prozess der deutschen Wiedervereinigung und der europäischen Einheit sicher nicht so verlaufen, wie wir ihn doch heute so sehr schätzen. Ich bin unendlich dankbar für die weitreichenden Verdienste unseres kürzlich verstorbenen Altbundeskanzlers Helmut Kohl. Auch in Kasachstan hat es spürbare Veränderungen gegeben, auch hier spielt eine Person eine sehr gewichtige Rolle: Staatspräsident Nursultan Nasarbayev. Seit dem Zerfall der Sowjetunion ist Kasachstan im zentralasiatische Raum ein fester und sicherer Stabilitätsanker. Den notwendigen Prozess unterstützt und prägt Präsident Nasarbayev seit 1991. Ich erinnere hier gerne an das neue Reformprogramm des Präsidenten, der damit seinen entschlossenen Willen zum Ausdruck bringt, Kasachstan zukunftsfähig und modern zu gestalten. Zu diesen Reformbemühungen gehört auch ein Umdenken im Energiesektor. Und die Weltausstellung EXPO spricht in diesem Zusammenhang Bände. Es ist das erste Mal, dass eine Weltausstellung in Kasachstan bzw. in Zentralasien stattfindet. 
 

 

EXPO-Stadt 2017 ist die kasachische Hauptstadt Astana

 

 

Die Weltausstellungen befassen sich mit globalen Problemen und sie präsentieren zugleich zukunftsfähige Lösungen. Jedes Land bringt seine eigenen Erfahrungen ein. Hier werden die bestmöglichsten Ansätze für die Bewältigung vieler herausfordernder Aufgaben vorgestellt. In diesem Jahr steht die EXPO unter der Headline „Energie der Zukunft: Maßnahmen für weltweite Nachhaltigkeit“. 

 

 

   

"Der letzte Öltropfen"...

 

... auf dem beeindruckenden EXPO-Gelände

 

 

Ganz besonders ist mir die einzigartige Kugel inmitten des EXPO-Geländes in Astana ins Auge gefallen. Sie symbolisiert den letzten Öltropfen. Eine wegweisende Botschaft, die die Zukunftsfähigkeit Kasachstan unterstreicht. Das Land weiß, dass es reich an fossilen Energieträgern ist – doch sie sind endlich. Deshalb strebt das Land einen modernen Kurs an, einen, der sich an die internationale Entwicklung anpasst. In vielen Ländern ist die Energiesicherheit bedeutend für nahezu alle Bereiche des Lebens. Deutschland hat früh die mutige Entscheidung hin zu Erneuerbaren Energien unternommen. Und viele weitere Partner auf der Welt haben diese unausweichliche Herausforderung ebenso ernst genommen und arbeiten mit Hochdruck an intelligenten Lösungsmöglichkeiten. Wir dürfen uns diesem Bereich in keinster Weise verschließen. Und deshalb bin ich sehr dankbar, dass wir uns auf der diesjährigen EXPO intensiv damit befassen. Die Aussteller aus aller Welt werden uns zu den elementaren Fragen, wie die Gewinnung, Verteilung und den Verbrauch von Energie, fortschrittliche Antworten geben. 

 

   

 Eröffnung der Deutschen Nationenwoche durch 

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier

 

Rundgang mit unserer "First Lady" Elke Büdenbender, Bundespräsident

Frank-Walter Steinmeier (m.) und Staatspräsident Nasarbayev (r.) 

 

 Ein freudiger Gang entlang der EXPO mit den beiden Präsidenten unserer Länder

 

Gemeinsam mit unserem Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier und dem kasachischen Staatspräsidenten Nursultan Nasarbayev haben wir die „Deutsche Nationenwoche“ feierlich eröffnet. Der Deutsche Pavillon, der federführend durch die „Messe Hamburg“ organisiert wurde, präsentiert modernste Technik aus der Bundesrepublik. Insbesondere in der Fortbewegung sind wir Vorreiter: Ein sportlicher BMW, der sich nur mit Hilfe von Strom fortbewegt oder ein Roller, der aufgrund seiner modernen Antriebskraft akustisch kaum wahrnehmbar ist. 
 
   

 Technik ...

 

... die nicht nur begeistert, sonder absolut effizient ist 

 

Ein weiteres Highlight war die Fertigstellung der evangelisch-lutherischen Kirche. Es ist die erste Kirche dieser Art seit 200 Jahren in Kasachstan - und das im Jubiläumsjahr "500 Jahre Reformation". Dr. Albert Rau, ehemaliger Vize-Industrieminister und ein großer Freund der Deutsch-Kasachischen Beziehungen, hat mir vor wenigen Jahren das Projekt vorgestellt. Während der Bauanfänge hatte ich die große Ehre, einen eigenen Ziegelstein mauern zu dürfen - und es ist ein großartiges Gefühl, die nahezu fertiggestellte Kirche bewundern zu können. Gemeinsam mit Bundespräsident Steinmeier und meinen Kollegen aus dem Deutschen Bundestag, der Beauftragte der Bundesregierung für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten, Hartmut Koschyk und Heinrich Zertig, einziger Bundestagsabgeordneter mit kasachischen Wurzeln, habe ich Kasachstan-Deutsche in dieser neuen und einzigartigen Kirche begrüßt.

 

   

 Das neue Gebäude der evangel.-lutherischen Kirche

 

Begrüßung vor der Kirche 

 

In Kasachstan leben rund 180.000 Kasachstan-Deutsche – das entspricht etwa einem Prozent der Gesamtbevölkerung. Es war ein sehr bewegender und zutiefst ergreifender Moment. Dr. Albert Rau hat sich für dieses einmalige Projekt mit Herzblut eingesetzt, Sponsoren gesucht und den Bau federführend begleitet – denn die Kirchengemeinde pflegt seit Jahren eine enge Verbindung zu seiner Familie. Für lange Zeit hat sein Vater in einem kleinen, maroden Gebäude für die Gemeinde gepredigt. Der Stolz in den Augen Dr. Rau´s war unverkennbar. 
 

 Bundespräsident Steinmeier und Dr. Albert Rau (m.)

mit den Mitgliedern der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde 

 

Neben den politischen und kulturellen Beziehungen fördern wir auch den wirtschaftlichen Austausch. Nicht ohne Grund ist Bundespräsident Steinmeier mit einer Wirtschaftsdelegation angereist, die bereits viele Verträge im Gepäck hatte. Ein überaus wichtiger Termin war im Hinblick darauf die 20. Sitzung des Berliner-Eurasischen Klubs.
 
Ein kurzer Schlenker in die Vergangenheit: Im Februar 2012 habe ich mit zahlreichen Vertretern der Deutsch-Kasachischen Freundschaft, auf Einladung des ehemaligen kasachischen Botschafters in der Bundesrepublik Deutschland und dem heutigen außenpolitischen Berater des Staatspräsidenten, Seine Exzellenz Dr. Nurlan Onzhanov, die bedeutende Dialogplattform „Berliner-Eurasischer Klub“ gegründet. Wir haben ihn im Rahmen des Deutschlandbesuchs des kasachischen Staatspräsidenten Nursultan Nasarbayev etabliert. Eines unserer bedeutendsten Erfolge während des Staatsbesuches war die Unterzeichnung des Rohstoffabkommens zwischen unseren Regierungen. Dies sei, so unsere Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel, „eines der Ergebnisse der guten Arbeitsbeziehung“, die beide Länder in den vergangenen Jahren aufgebaut hätten. Das ist ein großer Erfolg, den viele meiner Kollegen im Deutschen Bundestag gerne unterstützen. Unser Klub hat mit jeder Beratung sehr wichtige Themen auf der Tagesordnung. Die Überschrift der vergangenen Sitzung „Deutschland und Kasachstan – 25 Jahre Partnerschaft: Zusammenarbeit im Energie-, Technologie- und Rohstoffsektor“ zeigt in aller Deutlichkeit, was uns konkret bewegt. Er soll interessierten Politikern und Experten aus Deutschland und der EU eine exklusive Dialogplattform mit Staaten des Eurasischen Wirtschaftsraumes, der Eurasischen Wirtschaftsgemeinschaft und zentralasiatischen Staaten bieten. Wir wollen, das ist unser erklärtes Ziel, die Kontakte zu Zentralasien stärken. Und das ist auch gut so, denn wir – die Europäische Union und Zentralasien, vor allem Deutschland und Kasachstan – besitzen vielfältige, gemeinsame Interessen, die wir künftig noch breiter ausbauen wollen.
 
   

 Sitzung des Berliner-Eurasischen Klubs

 

Ich hatte die Ehre, ein Grußwort sprechen zu dürfen 

 

Und natürlich besitze ich ein natürliches Interesse, meine Heimat in den Fragen der Außenwirtschaft zu unterstützen. Was den Export betrifft, sind wir Deutschen Weltmeister. Unser Wissen, unser Know-how, wird international hochgeschätzt.
 
Ich habe 2012 in meinem Heimatbundesland Mecklenburg-Vorpommern in der Landeshauptstadt Schwerin und in der schönsten Stadt meines Wahlkreises, der Hansestadt Wismar, den ersten Deutsch-Kasachischen Wirtschaftstag in Zusammenarbeit mit der Industrie- und Handelskammer zu Schwerin, der Staatskanzlei, dem Landeswirtschaftsministerium, „Invest in MV“ und der kasachischen Botschaft, ins Leben gerufen. Die daraus entstandenen Beziehungen haben wir stetig vertieft, denn das Interesse ist riesig. Es ist mir wichtig, die Potenziale unserer Regionen auszuschöpfen. Und die wirtschaftlichen Beziehungen mit unseren internationalen Partnern spielen dabei eine große Rolle. 2015 haben wir mit Vertretern der IHK, der Landesregierung und Unternehmen aus meiner Region eine erfolgreiche Delegationsreise nach Kasachstan unternommen. Eine gute Bilanz, die sich sehen lassen kann. Mehrere Verträge und Partnerschaften wurden unterzeichnet und die bestehenden Kontakte wurden bis zum heutigen Tag stetig ausgebaut.
 

 Auf dem Empfang des Bundespräsidenten mit kasachischen Mädchen in bayrischen Dirndln

 

Und natürlich habe ich mich gefreut, auf der EXPO Partner aus meiner Heimat zu treffen. Siegbert Eisenach, Hauptgeschäftsführer der IHK zu Schwerin, ist eigens mit einer Delegation aus Mecklenburg-Vorpommern angereist – unter ihnen auch zahlreiche mecklenburgische Unternehmer. Das hat mich unendlich gefreut und zeigt, dass meine Initiativen aus den vergangenen Jahren fruchten.
 

 Mit Siegbert Eisenach, Hauptgeschäftsführer der IHK zu Schwerin und Heinrich Zertig,

mein Kollege aus dem Deutschen Bundestag

 

Ich möchte mich an dieser Stelle auch bei dem kasachischen Botschafter, S. E. Bolat Nussupov, bedanken. Er hat uns bereits mehrere Male in Mecklenburg besucht. Wir haben gemeinsam Unternehmer, Wirtschaftsvertreter und Repräsentanten aus beiden Ländern zusammengebracht. Der Austausch zwischen Mecklenburg und verschiedenen Regionen in Astana hat sich zu einem kleinen Selbstläufer entwickelt – die Bemühungen haben sich gelohnt.
 

Kasachstan ist defintiv einen Besuch wert