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Dieses Interview hat die Journalistin Beibei Wang von der Deutsch-Chinesischen Zeitung mit mir geführt

Frau Strenz, wie sehen Sie die Entwicklung des Flughafens in den vergangenen Jahren?

Ich sehe die Entwicklung des Flughafens mit Stolz, Dankbarkeit und auch etwas Genugtuung. Mit Stolz, da viele Menschen aus unserer Region bis zum heutigen Tag dem Investor Jonathan Pang und seinen großartigen Visionen die Treue gehalten haben, auch während der Zeit der Weltwirtschaftskrise, die an Parchim International Airport auch nicht ganz spurlos vorbei ging. Mit Dankbarkeit, weil es mich riesig freut, dass unsere Region eine so wunderbare Chance erhält, sich mit dem Flughafen zu einem stabilen, wirtschaftsstarken Motor zwischen den Metropolen Hamburg und Berlin zu entwickeln. Die Mitglieder des Kreistages zu Parchim, die Einwohner Parchims und auch die ansässigen Unternehmer stehen zu „ihrem“ Flughafen. Mit Genugtuung, da den Kritikern die Luft ausgegangen ist. Jonathan Pang hat über Jahre den Betrieb des Flughafens sicher gestellt und Arbeitsplätze sind entstanden. Die Frachtzahlen sind so hoch wie nie zuvor. Das ist ein Erfolg und war der erste Schritt zur Entwicklung von Parchim International Airport. 

Mit Flughafen-Investor Jonathan Pang (März 2011)

Für die Region ist der Flughafen zweifellos ein großer Hoffnungsträger. Dennoch gab es mit den Partnern LinkGlobal und der australischen Investmentfirma Goodman immer wieder Probleme. Zuletzt war von Zahlungsschwierigkeiten des chinesischen Partners die Rede. Gibt es weitere Unklarheiten oder können Sie sich auf das Hauptgeschäft konzentrieren?    

Herr Pang hat mit der Export-Import Bank of China einen potenten Finanzpartner gefunden. Jetzt kann er in die Entwicklung von Gewerbeflächen, in den Bau eines neuen Towers, in das Flugfeld und in die Ansiedlung von Unternehmen investieren. Chinesische Unternehmen aus den Branchen der erneuerbaren Energie, des Maschinenbaus und der Lebensmittelindustrie haben hier in Mecklenburg bereits nach kompetenten Partnern Ausschau gehalten. Die Gespräche werden konkreter und weitere werden natürlich folgen. Das unterstütze ich als ehemalige Aufsichtsratsvorsitzende des Flughafens und regional zuständige Bundestagsabgeordnete mit Nachdruck. Partner finden wir mit der Industrie- und Handelskammer, den Unternehmerverbänden und der regionalen Wirtschaft, die natürlich in die Entwicklung einbezogen werden.

Es ist richtig, dass der Firma Goodman 53 Hektar Flächen auf unserem Gelände gehören. Aktivitäten sind nicht zu erkennen. Ich sage es ganz offen, mir wäre es lieber, die Flächen wären wieder im Besitz des Investors und fähige, international anerkannte Top-Logistiker, würden sich der Entwicklung dieser Flächen zuwenden können.

LinkGlobal möchte den Flughafen Parchim als reinen Frachtflughafen nutzen. Zum ursprünglichen Konzept gehörte ein großer Industriepark, realisiert durch Goodman. Offenbar scheut man auf dieser Seite nun doch größere Investitionen. Ein schwerer Rückschlag?

Der Flughafen Parchim wird sich nach den Plänen Pangs auf lange Sicht zu einem Frachtflughafen mit Industriepark, touristischen Angeboten, Internationalen Messen und vielem mehr entwickeln können. Ein Spitzenlogistiker sagte damals, als das Projekt noch in den Kinderschuhen steckte, mit einem Schmunzeln im Gesicht: „Große Dinge brauchen Zeit.“ So ist es. Wir sollten uns konzentrieren, Schritt für Schritt gehen und einen Hauch asiatische Gelassenheit walten lassen. Wer einmal in China war und erleb hat, wie rasant sich dieses Land wirtschaftlich entwickelt, muss darauf achten, dass unsere Region den neuen Anforderungen in Zukunft gewachsen sein wird. Für uns geht es nur noch nach vorne. Ich gehörte nie zu den Zweckoptimisten, sondern zu den wenigen Menschen um Pang, die ungebrochen an dieses Projekt geglaubt haben. Wenn der erste Bagger anrollt, verstummen auch die letzten Zweifler.

Viele chinesische Unternehmen drängen sich auf den deutschen Markt. Ihre Unternehmenskultur wird oft als anders der deutschen beschrieben. Ihre persönlichen Erfahrungen? Wo sehen Sie Unterschiede, gegebenenfalls sogar Schwierigkeiten und wo Gemeinsamkeiten?

Unterschiede gibt es viele. Aber das ist doch die Herausforderung schlechthin. Wir leben in einer Globalen Welt und das Reich der Mitte ist in Parchim angekommen. Das ist ein Glücksfall. In vielen Jahren schauen wir zurück und werden staunen, wie Kulturen miteinander stressfrei leben und arbeiten können.

Sicher ist es für einen deutschen Unternehmer, der gerne nach dem dritten Satz seinen Vertrag abschließen möchte, eine Umstellung, da der chinesische Unternehmer erst einmal Vertrauen in sein Gegenüber setzen muss. Alles dauert etwas länger. Chinesen sind höflicher als wir, sie sagen ungerne „nein“, obwohl sie es denken. Mit Toleranz und dem Bestreben, den anderen so gut wie möglich zu verstehen und auch etwas zu riskieren, kann eine professionelle Zusammenarbeit ohne Hürden funktionieren. Wer dennoch offene Fragen und Bedenken hat, der wendet sich an die IHK und gar nicht so selten auch direkt an mich. 

Mit Flughafen-Investor Jonathan Pang und Kreistagspräsidentin Gudrun Stein

Bezogen auf die Entwicklung in der Region Mecklenburg-Vorpommern: Wo sehen Sie konkret weitere Möglichkeiten der Zusammenarbeit zwischen deutschen und chinesischen Unternehmen?  

China ist ein Land mit 1,4 Milliarden Einwohnern. Wir können quasi alles exportieren, angefangen von Bier, Wein und Sekt bis hin zu Milchpulver. Hightech-Produkte können hier produziert werden, die Autoindustrie kann eine Option oder Vision sein. Auch der Import und die Veredlung von Früchten aus Afrika ist eine tolle Idee. Wenn der Schneeball erstmal ins rollen kommt, ist er nicht mehr aufzuhalten. Viele Branchen des Landes werden profitieren können. Selbst die überdimensionierten Frachtaufkommen, die sich noch immer mühevoll in Hamburg, Berlin und Frankfurt einen freien Slot „ergaunern“ müssen, können durch Parchim Entlastung finden.

Auch Frau Dr. Merkel ist die Region und damit auch der Flughafen ein Anliegen. In welcher Form hat sie sich in das Projekt eingebracht? Gab es Gespräche auf höheren politischen Ebenen?  

Unsere Kanzlerin wird durch mich selbstverständlich informiert. Die wirtschaftliche Entwicklung von Mecklenburg Vorpommern ist ihr Hauptanliegen und Parchim International Airport gehört dazu. Sie kennt unseren Investor Jonathan Pang selbstverständlich. Bei hochrangigen Treffen, wie beispielsweise mit Premier Wen Jiabao und dem Staatspräsidenten Hu Jintao war unser Projekt immer auf der Agenda. Ich bin Angela Merkel für ihre Unterstützung sehr dankbar.

Wie sieht Ihre künftige Mitarbeit am Parchimer Flughafen aus? Welche Entwicklungen halten Sie für wünschenswert und wo sehen Sie das Projekt in, sagen wir mal, 10 Jahren?

Ich bin in Sachen Flughafen ein Überzeugungstäter und werde selbstverständlich immer an Jonathan Pangs Seite stehen und ihn unterstützen. Nach all den Jahren hat sich eine Freundschaft entwickelt. Er selbst nennt uns das „Marco Polo Team“. Ich wünsche mir, dass der Flughafen eine solide und stabile Entwicklung nimmt und für unsere Menschen zu einem dauerhaften Arbeitgeber werden wird. Im Nennen von konkreten Zahlen habe ich mich auch in den letzten Jahren schon immer zurückgehalten, da man sonst Erwartungen weckt, die auch enttäuscht werden könnten. Das möchte ich nicht. Aber ich sehe in der Tat große neue Fracht- und Produktionshallen, ein neues Terminal, internationalen Flugverkehr und Menschen, die am Airport qualifizierte Arbeit finden und nicht mehr ihre Heimat und Familien verlassen müssen, aus der Angst vor Arbeitslosigkeit. Tja, in 10 Jahren- da bin ich dann, wenn ich gesund bleibe, 53 Jahre alt.

Eine letzte Frage: In China hat man eine hohe Meinung von Deutschland. Umgekehrt reagiert man in Deutschland häufig mit Skepsis auf Investoren aus Fernost. Was entgegnen Sie diesen Skeptikern?

Öffnen sie ihre Herzen! Informieren sie sich! Und wagen Sie es!