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Für uns ist es normal, dass wir mit unseren Kindern zum Arzt gehen und dieser, wenn nötig, eine Brille oder ein Hörgerät verordnet. Kinder mit Seh- oder Hörhilfen besuchen bei uns selbstverständlich die normale Regelschule. Anders in der Ukraine: Dort kommen diese Kinder in Heime und besuchen eine Sonderschule, in der die Hörgeschädigten unter ihnen die Gebärdensprache lernen, anstelle mit adäquaten Hörgeräten versorgt zu werden. Die Chance auf eine solide Schul- und Berufsausbildung und somit auf ein „normales“ Leben wird ihnen damit genommen.

So klingt das Ziel des Projekts „1000 Kinder sehen, 1000 Kinder hören“, das der Service-Club Round Table Deutschland in der Ukraine umsetzt. Round Table (Runder Tisch) ist eine internationale Verbindung junger Männer mit 3.500 Mitgliedern allein in Deutschland. Entstanden ist "RT" aus dem Geist des englischen Clublebens. Das Projekt „1000 Kinder sehen, 1000 Kinder hören“ wurde zum nationalen Serviceprojekt 2010/2011 gewählt. Die Schirmherren des Projekts sind die Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) und der ukrainische Boxweltmeister Wladimir Klitschko.

Im Dezember 2010 hatte ich den Round-Table-Weihnachtspäckchenkonvoi nach Odessa begleitet; diesmal hatte ich leider keine Zeit, mitzufahren - in Berlin war Sitzungswoche. Aber meine Stipendiatin Alina Nosenko aus der Ukraine war dabei - als Landeskennerin und Dolmetscherin.

   

Hier ist Alinas Reisebericht:

Ganz früh am Morgen, eigentlich noch tief in der Nacht, beginnt meine Reise nach Odessa, der Millionenstadt am Schwarzen Meer. Um 3.30 Uhr warte ich schon auf die Berliner Tram, nehme dann die S-Bahn und schließlich den Bus. Nach eineinhalb Stunden bin ich endlich am Flughafen Tegel, und eine lange Schlange aus 300 Menschen steht am Check-In vor mir. Nach 50 Minuten Flug landet die Maschine in Frankfurt. Nach einer Stunde Wartezeit zwischen den Flügen lerne ich das ganze Team von Round Table kennen. Das Team mit den schwarzen T-Shirts fällt am Flughafen gleich auf. Sofort winkt Frank Striegl und ruft: „Berlin ist auch schon hier! Herzlich Willkommen im Team, Alina!" Ich bekomme auch ein schwarzes T-Shirt, das für die nächste Woche nicht nur zur Uniform für uns wird, sondern auch zur zweiten Haut. Beim Check-In besprechen wir die Schwierigkeiten der Vorbereitungen. Aber alle freuen sich auch, dass jetzt endlich losgeht. 

Die schwarzen T-Shirts lenken die Aufmerksamkeit auf uns, und viele Leute im Flugzeug stellen uns Fragen: Wer sind wir? Was machen wir? Was für eine Aktion ist das? Warum wird die Aktion in der Ukraine stattfinden? Wir erzählen, und dann kommen sofort viele Emotionen und persönliche Geschichten der Menschen, warum sie in die Ukraine fliegen und wie sie mit dem Land verbunden sind.

Gegen 16 Uhr sind wir in Odessa. Juri und Tamara von der Deutschen Evangelischen-Lutherischen Kirche in der Ukraine (DELKU) holen uns mit dem typischen ukrainischen Kleinbus - Marschrutka genannt - ab. Die Mitglieder des Teams, die noch nie im „tiefen Osten“ waren, beobachten alles mit neugierigen Augen und beginnen sofort, Fotos zu machen – wie sehen die Straßen aus, was für alte Trams fahren herum und wie sieht die Stadt im Großen und Ganzen aus.

Bald haben wir die Kirche erreicht, die vor ein paar Jahren aus Ruinen dank deutscher Spenden entstanden ist. Die Kirche sieht sehr schön und freundlich aus, und wir freuen uns, dass wir die nächsten Tage hier arbeiten dürfen und den Kindern helfen können.

Alle sind ein bisschen müde und haben Hunger, aber zuerst klären wir Organisatorisches für den ersten Arbeitstag. Andreas Perscheid erzählt uns den Ablauf der Aktion, welche Hörgeräte und Brillen wir zur Verfügung haben und wie wir mit den Kindern arbeiten werden.

Später gehen alle ins ukrainische Restaurant und probieren zum ersten Mal traditionelle ukrainische Gerichte wie Borscht (Suppe mit viel rote Beete und Fleisch), Vareniki (gefüllte Teigtaschen) und Uzwar (Getränk aus getrocknetem Obst).

   

Der erste Arbeitstag beginnt um 8 Uhr. Die ersten Kinder erwarten wir um 9 Uhr. Wir machen fünf Stationen. Die erste Station ist beim HNO-Arzt. Peter Mauch untersucht die Ohren der Kinder, manchmal müssen die gewaschen werden. Die zweite Station: Ohrenabdrücke machen. Dafür ist Robert Kühne zuständig, der im Laufe der Woche einen Spitzennamen bekommen wird: Robert Bond, da er die ganze Woche mit Silikonpistolen die Ohrenabdrücke gemacht hat. Manche Kinder machen auch einen Hörtest, wenn sie noch kein Audiogramm (Hörkurve) haben, aber das sind nur wenige. Die dritte Station ist die Anpassung der Hörgeräte. Die vierte ist die bürokratische Station. Hier werden wir die Nummern der Hörgeräte aufschreiben und erklären, wie es dann mit der Garantie weitergeht. Die fünfte Station ist die Ausgabe der Batterien. Am Ende gibt es natürlich ein paar Süßigkeiten. 

Und nun ist es 9 Uhr, und es wurde mir gesagt, dass ich die größte Mission erfüllen darf - ich kann die ersten Kinder bringen. Ich gehe raus und sehe zwei kleine Mädchen mit ihren Müttern. Als das erste Mädchen reinkommt, freuen sich alle - und schon ist die Aktion symbolisch eröffnet. Und es geht los! Arzt, Ohrenabdrücke, Anpassung, Garantie, Batterien und Süßigkeiten.

In weniger als 20 Minuten ist unser Zimmer voll mit Kindern. Das ist die spezialisierte Schule № 91 für schwerhörige Kinder. Sie sind sechs bis 17 Jahre alt. Die Kleinen machen viel Lärm vor Freude, dass sie zum ersten Mal richtig  hören können. Einige sprechen uns sofort nach, andere haben Angst und bedecken die Ohren mit den Händen, weil plötzlich alles so laut ist. Einige Eltern sind auch mitgekommen. Sie fragen ihre Kinder, wie sie hören, wenn sie ein bisschen hören und sprechen können oder sie zeigen mit Hilfe der Gebärdensprache, ob es laut, leise, hell oder dunkel ist. Das sind die wichtigsten vier Kriterien. 

Wir haben die Kinder mit zwei Arten von Hörgeräten der Firma Starkey aus den USA versorgt: DP-7 und DP-8. DP-7 sind die Hörgeräte für Kinder, die ein bisschen schlecht hören, aber sprechen oder nachsprechen können. DP-8 bekommen Kinder, die nahezu taub sind.

Es ist 20 Uhr - und wir haben 113 Mädchen und Jungen mit Hörgeräten versorgt. Darunter sind auch einfach Kinder, die schwerhörig sind, aber nicht an dieser Schule lernen, Lehrer, die an dieser Schule unterrichten und einige Erwachsene, die uns die Odessaer Stadtverwaltung geschickt hat.

Und die berühmte Bürokratie haben wir auch schon kennen gelernt. Zwei Beamte der Stadt waren da und auch drei ukrainische Ärzte. Die Verwaltungsleute guckten uns sehr misstrauisch an. Die Ärzte waren auch nicht enthusiastisch, dass sie den ganzen Tag dableiben und mit uns arbeiten sollten. Sie boten sofort einen Deal an: Wenn die Verwaltung weg ist, sind wir auch weg. Wenn etwas schief geht, ruft uns schnell an. Nach dieser ukrainischen Art haben wir das gelöst - und alle waren zufrieden: Ärzte und Round Tabler, Ukrainer und Deutsche.

Ende des Tages. Wir sind müde, aber glücklich. So viele strahlende Gesichter habe ich in meinem Leben noch nicht gesehen. Morgen beginnt ein neuer Tag, und wir alle haben große Erwartungen.

Auch Tag zwei und drei waren voll von Emotionen. Diesmal versorgten wir Kinder aus dem Gebiet Kirowograd, aus Bolgrad und aus Odessas Schule №97 versorgt. Viele Kinder sind zwölf Stunden zu uns unterwegs gewesen. Sie wohnen weit weg, und dann ging auch noch ihr Bus kaputt. Andere Kinder waren mit Mama nachts um drei in den Zug gestiegen, um ein Hörgerät zu bekommen. Bei uns schliefen sie tief und fest beim Anfertigen der Ohrenabdrücke auf Mamas Schoß. Aber alle bekommen sie ein Mittagessen von uns: Kartoffelbrei, Hähnchen und Salat, dazu ein Saft. In diesen Tagen spricht sich herum, dass deutsche Ärzte da sind, und nun strömen die Eltern mit den Kindern herbei, um einfach Rat und Tat zu bekommen. Das sind Kinder ohne normale Hörgänge, die sich für eine Operation entscheiden müssen, und da sind Kinder, die schon Implantate haben.

Obwohl wir so viel Gutes machen - manchmal geht doch was schief. Ein Junger hat am ersten Tag Ohrenabdrücke machen lassen und ein Hörgerät bekommen - aber nur für ein Ohr, da der Gehörgang  des anderen Ohrs bei ihm zusammengewachsen ist und so zwei kleine Gehörgänge entstanden sind - die Folge eines Hundebisses.

Unsere Akustiker haben zusammen mit dem Arzt entschieden, den zweiten Ohrenabdruck zu machen - und das war eine falsche Entscheidung. Beim Rausziehen ist ein Teil des Silikons im Ohr geblieben. Der HNO-Arzt hat gesagt, dass man ins Klinikum fahren muss und der ukrainische Kollege dies in 15 Minuten macht. So ging der Junge nach Hause - nun nach zwei Tagen ist er wieder da, begleitet von seiner Mutter und einer Lehrerin, beide in großer Sorge.

Der Junge sagte, dass das Silikon ihn stört. Sie waren alle zusammen bei dem ukrainischen HNO-Arzt gewesen, der am ersten Tag dabei war und nicht bleiben wollte. Er hat gesagt, dass er kein Silikon im Ohr sieht. Das war auch selbstverständlich, dass er so eine Operation nicht machen will und deswegen gesagt hat, dass er nichts sieht, da es für ihn Verantwortung bedeutete. Die nächsten Tage hatten wir viel Stress mit dieser Situation. Der Direktor der Schule hat uns angerufen, angeschrien und  von uns verlangt, diese Situation zu lösen. Aber da unser Arzt kein ukrainischer Staatsbürger ist und keine Erlaubnis für die medizinische Behandlungen bekommen hat, konnten wir gar nichts tun, außer zu versprechen, dass wir die Operation bezahlen werden. So sind jetzt 400 Euro in Odessa geblieben, und so bald wie möglich hat der Junge eine Operation, wo der Gehörgang vergrößert und das Silikonstück entfernt wird.

Vierter Tag. Am Donnerstag waren wir in einem Kindergarten. Die kleinsten Kinder haben wir heute versorgt. Viele können von Geburt an nicht hören, andere sind durch verbotene Antibiotika schwerhörig geworden. Wir haben uns alle gefragt: Warum tun Ärzte so etwas? Das hat uns alle wütend und wieder mal traurig gemacht, aber auch inspiriert, weiter zu arbeiten und zu helfen.

Für mich war der Besuch des Kindergartens in Ordnung. Ein traditioneller Kindergarten in der Ukraine. In so einem ähnlichen habe ich auch meine Kindheit verbracht. Aber für viele deutsche Mitglieder des Teams war es ein großes Erlebnis. Hier zitiere ich die Gedanken und Eindrücke von Holm Hümmler. So merkt man, in welchen Realitäten die Menschen in zwei verschiedenen Ländern leben. Was für mich als Ukrainerin ganz normal ist, ist für Deutsche ein großes Erlebnis.

Holm beschreibt seine Eindrücke so:

Außentermin in einem Kindergarten für hörbehinderte Kinder. Die Leiterin wollte die Kinder unbedingt in gewohnter Umgebung versorgt haben. Letztlich muss man sagen, Recht hat sie, bei der Altersgruppe, auch wenn's für uns stressig war. Der Kindergarten sieht aus wie die Kulisse eines osteuropäischen Kinderfilms aus den 70er Jahren: Urtümliches Spielzeug und Spielgeräte, alles aus Ostblock-Zeiten, und alles liebevoll gepflegt und erhalten. Dafür verfügt der Kindergarten bei sechs Gruppen immerhin über drei Sprachlabore (finanziert durch einen Zuschuss von 24.000 Euro aus Japan), die auch sehr aktiv genutzt werden, für jede Gruppe einen Lernraum, einen Essraum, eine Spielecke, einen Schlafraum und eine eigene Ecke auf dem grünen Außengelände. Die Leiterin ist ein Original - arbeitet seit 50 Jahren im Kindergarten, und behandelt irgendwie jeden wie ein schwerhöriges Kleinkind (wie sich noch zeigen wird...), ist resolut, dabei aber super engagiert und total nett. Nach dem Aufbauen (Andreas und Lars dürfen sich heute im Freien mit ihrem Silikonstaub einnebeln) müssen wir erst mal warten, bis die erste Gruppe ihr Frühstück beendet hat - die Kinder müssen ja regelmäßig essen...

Dann geht es los. Um beim Abdrückemachen die Kleinen zu beruhigen, wird jedes Kind einem von uns auf den Schoß gesetzt, bevor Robert die Silikonpistole zückt. Irgendwie hat jeder gerade den passenden Schützling abbekommen - der größte Clown sitzt bei Daniel, und beide haben sichtlich Spaß beim Herumblödeln. Das Photo davon muss ich mir wohl als Bildschirmhintergrund installieren... Wir kommen gut voran, und beim Einsetzen der Geräte zeigen sich schnell Erfolge. Viele der Kinder reagieren, sobald das Hörgerät eingeschaltet ist, gut auf das "Babababa", das ihnen zum Test ins Ohr gesprochen wird. Ein Mädchen spricht Maxim sofort alle Worte nach, die er ihr vorgibt. Neben dem verbliebenen Gehör und den Geräten zahlt sich hier auch die gute Arbeit der Betreuer im Kindergarten aus. Erschreckend ist hingegen, dass ein beträchtlicher Teil der Kinder mit gesundem Gehör geboren sind und ihre Behinderung erst durch Behandlungen mit hörschädigenden Arzneimitteln bekommen haben.

Gegen Mittag sind wir fertig, und eigentlich wollen wir gleich los, weil bei unserer Heimatbasis an der deutschen Kirche schon die nächste Gruppe Kinder auf uns wartet, aber das kommt bei unserer Kindergartenleiterin natürlich gar nicht in Frage: Man muss ja schließlich regelmäßig essen! Sie hat es sich also nicht nehmen lassen, uns von der Küche des Kindergartens mit leckerem Hühnchen, Reis und frischem Gartensalat bekochen zu lassen. Dazu gibt es noch eine Dankesrede mit Geschichten aus der deutschen Besatzungszeit und von ihrem Besuch in der DDR. Aber bevor wir uns zum Essen hinsetzen durften, hat sie erst mal jeden von uns beiseite gezogen: "Auf! Hände waschen!"

Genau dieser Satz ist unter uns allen dann zu dem Highlight der Woche geworden.

Drei Kinder, die auf meinem Schoß gesessen haben, sind sofort zu meinen neuen Freunden geworden und das haben sie auch gleich den Betreuerinnen in Gebärdensprachen mitgeteilt: „Jetzt habe ich eine neue Freundin!“ Nach einem leckeren Essen waren wir wieder im Bus. Die anderen Kinder warteten schon auf uns. Das war der letzte anstrengende Tag. An diesem Nachmittag haben wir die Kinder versorgt, die schon vor zwei Tagen Ohrstücke bekommen hatten, aber keine Hörgeräte. Wieder viele Kinder, die hinter der Tür sehr ungeduldig sind. Wenn du zur Tür kommst, um jemanden aufzurufen, laufen sie alle zu dir, schauen auf den Zettel und schreien sofort oder zeigen in Gebärdensprachen den Namen des Kindes. Das waren die ersten Momente der Freude, die man beobachten konnte. 

   

Der fünfte Tag der Aktion war entspannter. Die letzten Kinder, die Hörgeräte bekommen sollen, sind gekommen, um die Ohrstücke bei unseren Akustikern besser nachschleifen zu lassen, da die weh getan haben. Es war mehr ein Brillen-Tag. Mit den Brillen haben wir noch am Donnerstag angefangen, aber in der Ukraine waren Donnerstag und Freitag die letzten Schultage, und nicht alle Kinder könnten kommen. Aber die, die gekommen sind, waren sehr schön angezogen, in Kleidern und Anzügen, mit Geschenken und Muscheln, die man in der Schule für Glück und Segen im Leben in Odessa bekommt. Als die Kinder die Brillen bekommen hatten, begannen Robert und Lars, sie anzupassen. Man konnte sofort merken, wie sich die Kinder und ihr Aussehen geändert haben, wie sie zufrieden waren, wie sie besser sehen konnten.

Am Freitagnachmittag hatten wir einen kleinen Stadtrundgang. Es wurden uns viele alte deutsche Häuser im deutschen Viertel gezeigt, viel über berühmte Deutsche in Odessa erzählt. Und plötzlich in der Nähe der Potemkinschen Treppe sah ich die Kinder mit den Hörgeräten. Ich begrüßte sie gleich. Sie waren glücklich: „Wir haben Hörgeräte und wir können euch hören!" Wir machten Fotos - und das ganze Team war voll vor Freude. Das war für uns ein Nachweis, dass die Kinder diese Hörgeräte tragen und sie ihnen helfen, sich zu sozialisieren und zu integrieren.

   

Diese Woche war unglaublich für mich. Viel Arbeit, viele Emotionen, viele glückliche Kinder, viele weinende Eltern und viel Erfahrung. Das Team von Round Table - sechs Hörgeräteakustiker, sechs Dolmetscher und acht Unterstützer - war toll und klasse. Robert hatte keine Pause beim Ohrenabdrückemachen, Andreas und Lars haben die ganze Zeit gefräst, manchmal ohne aufzustehen und ohne zu essen, Marie hat die Ohrstücke zusammengebastelt. Und wir Dolmetscher, die am meisten mit den Kindern gearbeitet haben, haben die vielen, vielen Audiogramme geordnet, die Hörgeräte mit den Batterien vorbereitet, mit den Ohrstücken verbunden, so dass Heike und Sandra die Hörgeräte mit den Kindern akustisch angerichtet haben. Wir als Dolmetscher waren die ganze Zeit dabei und haben wahrscheinlich am meisten miterlebt, da wir zwei Sprachen sprechen und alle Emotionen verstehen können. Schon nach dem ersten Tag konnten wir alle ein bisschen Gebärdensprache sprechen und Audiogramme unterscheiden. Einige von uns können jetzt auch Hörtests machen und einfache Einstellungen bei den Hörgeräten vornehmen. So haben wir in einer Woche eine Express-Ausbildung für Akustiker gemacht.

Das ganze Team hat sich auf einen Gedanken geeinigt: „Wer einmal so viele glücklichen Kinderaugen gesehen hat, wird das nie vergessen“.

Und mein persönliches Fazit: Danke Odessa, für alles: für die unglaubliche Erfahrung, das tolle Team und 500 glückliche Kinder. Und danke an alle Mitglieder von Round Table Germany, dass Ihr meinem Land helft“.